Die kleine Wolke auf Abenteuerreise
- Nadine
- 26. Juli
- 3 Min. Lesezeit

In der ersten Geschichte hat die kleine Wolke gelernt, dass sie fühlen darf ohne alles festhalten zu müssen.
Doch nachdem die schweren Gedanken ein Stück leichter geworden sind, beginnt etwas Neues: Neugier.
Denn Kinder, die viel fühlen, sehen nicht nur das Schwierige. Sie entdecken oft auch die kleinen Wunder, die im Alltag leicht übersehen werden.
Manchmal brauchen sie nur eine sanfte Erinnerung daran, den Blick wieder auf das Schöne zu richten.
Genau darum geht es in der heutigen Geschichte:
Die kleine Wolke auf Abenteuerreise
Am nächsten Morgen wachte die kleine Wolke ganz ausgeruht auf.
Die Sonne kitzelte sie sanft und sagte:„Heute sieht die Welt schon viel leichter aus, findest du nicht?“
Die kleine Wolke streckte sich.
Und tatsächlich sie fühlte sich weich, hell und neugierig.
„Heute möchte ich etwas Schönes sehen“, sagte sie.
„Dann komm mit!“, rief der Wind fröhlich und schubste sie ganz sanft weiter.
Bald kamen sie über einen großen, glitzernden See.
Das Wasser funkelte wie tausend kleine Diamanten.
„Oh!“, staunte die kleine Wolke.
„Das sieht ja wunderschön aus!“
Ein paar Enten schwammen unten entlang und schnatterten fröhlich.
Die kleine Wolke musste lachen, weil eine Ente plötzlich untertauchteund mit dem Po in die Luft zeigte.
„Siehst du“, sagte der Wind, „es gibt ganz viele lustige Momente auf der Welt.“
Die kleine Wolke wurde noch ein bisschen heller.
Sie zogen weiter und kamen über eine Wiese voller Blumen.
Bunte Schmetterlinge flatterten von Blüte zu Blüte.
Ein besonders frecher Schmetterling flog ganz hochund kitzelte die kleine Wolke.
„Hihi! Das kitzelt!“, giggelte sie.
„Du kannst auch Spaß haben“, sagte der Schmetterling.
„Nicht nur fühlen.“
Die kleine Wolke dachte darüber nach.
Das gefiel ihr.
Plötzlich hatte sie eine Idee.
„Kann ich auch etwas Schönes machen?“
„Aber natürlich!“, rief die Sonne.
Die kleine Wolke sammelte ein bisschen Wasser in sich …
… und ließ dann ganz vorsichtig ein paar Tropfen fallen.
Unten auf der Wiese rief ein Kind:
„Regen! Wie schön!“
Die Blumen tranken die Tropfen dankbar.
Alles wirkte ein kleines bisschen frischer.
„Ich habe geholfen!“, rief die kleine Wolke stolz.
„Ja“, sagte die Sonne warm, „auf deine ganz eigene, sanfte Art.“
Die kleine Wolke fühlte sich jetzt nicht nur leicht, sondern auch ein bisschen mutig.
„Wohin gehen wir als Nächstes?“, fragte sie.
„In die Berge!“, rief der Wind.
Dort oben war die Luft klar und frisch.
Die kleine Wolke sah schneebedeckte Gipfel und hörte das Echo von lachenden Kindern.
„Hallooo!“, rief sie.
„Hallooo!“, kam es zurück.
Die kleine Wolke musste wieder lachen.
„Das macht Spaß!“
Am Nachmittag wurde der Himmel ganz ruhig.
Die kleine Wolke wurde ein bisschen müde.
„Was passiert jetzt?“, fragte sie leise.
„Jetzt kommt etwas ganz Magisches“, sagte die Sonne.
Langsam begann sie unterzugehen …
… und färbte den Himmel in Rosa, Orange und Gold.
Die kleine Wolke schaute sich selbst an. Sie leuchtete in all diesen Farben.
„Bin ich das?“, flüsterte sie.
„Ja“, sagte die Sonne, „du bist genauso schön wie der Himmel.“
Die kleine Wolke wurde ganz still vor Staunen.
„Und weißt du was?“, flüsterte der Wind, „morgen kannst du wieder neue Abenteuer erleben.“
Die kleine Wolke lächelte.
„Ich freue mich schon.“
Und während sie langsam durch den bunten Abendhimmel schwebte, dachte sie:
„Die Welt hat so viele schöne Dinge …
… und ich darf sie entdecken.“
Dann wurde der Himmel dunkler.
Die ersten Sterne funkelten.
Die kleine Wolke kuschelte sich in die Nacht.
Ganz leicht.
Ganz ruhig.
Und ein kleines bisschen glücklich.
Ein kleiner Gedanke für die Grossen
Kinder brauchen nicht jeden Tag ein großes Abenteuer.
Manchmal reicht eine glitzernde Pfütze, ein Schmetterling, der durch den Garten fliegt, oder ein Sonnenuntergang, den man gemeinsam betrachtet.
Wenn wir den Blick auf die kleinen Wunder richten, entdecken Kinder etwas Wertvolles:
Die Welt ist nicht nur voller Herausforderungen.
Sie ist auch voller Schönheit.
Und genau diese Schönheit schenkt Hoffnung.
Herzlichst
Nadine




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